![]() |
"Angst"
Ich möchte da weniger zur Diskussion stellen WIE Angst med. gesehen entsteht - hier "etwas" flapsig erklärt:
"Die seitherige Ansicht dazu, und angeblich gründlichst von allen wissenschaftlichen Disziplinen längst erforscht, ist ja in etwa so, dass wahrscheinlich an irgend einem „Gen-Lokus“ in den Gonaden eine „Expression“ zur Produktion eines „Botenstoffes“ führen würde, der dann seinerseits wahlweise über die linke oder rechte Arschbacke weiter über das Rückenmark in´s Gehirn wandern würde, wo er dann an der Thymus- oder sonstiger „Drüse“ das Staffelholz an ein „Hormon“ weiter reicht, welches dann seinerseits wieder für den einen oder anderen Unfug auf körperlicher Ebene verantwortlich zeichnen würde." kriwetz :rolleyes: sondern: ist Angst ein "Schuldgefühl" aufgrund moralischer Gesetze (ob geschrieben oder ungeschrieben) ? Muss "angustia - die Enge“ immer negativ besetzt werden? Wird Angst anerzogen? Muss man Angst "bekämpfen"? Kann "Angst" künstlich(von uns oder anderen) erzeugt und missbraucht werden? Kann ich vor etwas Angst haben, das ich gar nicht kenne? Kann man Angst umkehren? Fragen über Fragen....... Bei einer 500 Millionen Euro Forschungsforderung an die EU-Politiker von Neurologe Jes Olesen scheint die "Angst" zumindest auf diesem Gebiet sehr "kostbar" zu sein........ |
Zitat:
Wenn man dann noch liest, dass - laut Olesen - 127 Millionen Menschen in der EU an psychischen und psychosomatischen Krankheiten leiden und die jährlichen Kosten dafür bei 386 (Dunkelziffer: 600) Milliarden!! Euro liegen sollen... - dann kommen einen die 500 Millionen ja schon fast wie Peanuts vor...;) Link zum Artikel Zitat:
|
Mir fallen beim Thema "Angst" spontan immer als erstes zwei Dinge ein:
1. Die Comic-Gallier, deren einzige Angst ist, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, und 2.. Der Fassbinder-Film "Angst essen Seele auf" --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Was diesen Dänen anbelangt, so mag der Mann ja eventuell recht haben, allerdings bewegt er sich lediglich auf dem sehr schmalen Grad der selbstgeschaffenen Definition, was "krank" ist. Was ich damit sagen will ist Folgendes: wenn sich "die Wissenschaft" demnäxt drauf einigt, dass eine blaue (braune, grüne, graue) Iris krankhaft ist, weil z.B. Menschen mit deartigen Augenfarben verhältnismäßig oft Fußpilz bekommen haben wir ratzfatz ein neues Krankheitsbild geschaffen an dem viele (Wissenschaftler, Ärzte, Pharmaindustrie, Apparateindustrie) gut verdienen werden. |
Zitat:
Ich ahne ja, dass neben den "ertappten" 127 Millionen auch von den restlichen 323 Millionen EU-Einwohnern ein paar viele Leutz die eine oder andere, nicht gemeldete;) , psychische/psychosomatische Krankheit mit sich herumschleppen werden - von anderen Krankheitsbildern mal ganz zu schweigen... Was sagt uns das? - Wer heutzutage noch gesund ist (oder besser gesagt: sich dafür hält), ist nicht normal - und damit auch schon wieder irgend wie krank... (Nebenbei ist es unsozial...sowas kostet Arbeitsplätze! :D ) |
Zitat:
Es gab vor längerer Zeit mal ne TV-Diskussion über die "Explosion" der Gesundheitskosten. Da war ne Ärztin die behauptete, wenn jemand mittleren Alters der sich völlig gesund fühlt zu ihr käme, könne sie dem so ca. 30 Krankheiten attestieren, nach dem was als "Krankheit" anerkannt ist. Das Ganze, obwohl die Person darunter weder leide, noch nach bisherigem Wissensstand Folgeschäden zu befürchten sein. Das iat doch krank , oder!? Da schaffen sich bestimmte Berufskreise und /oder Interessengruppen per Definition und unter Zuhilfenahme der Politik einfach Ihre eigenen "Kunden". Super. Da kann einem ja Angst und Bange werden; wobei damit grad noch die Kurve zum Thema hergestellt sei. ;) ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Was auch gleich zwei Fragen aufwirft: 1. wem nützt Angst eigentlich ? 2. wo ist die Grenze zwischen "krankhafter" Angst und "gesunder" Vorsicht ? |
...klingt mir alles viel zu "medizinisch"...
Ich würde mich spontan als einen sehr ängstlichen Menschen bezeichnen - weiss aber nicht, ob ich das unbedingt schlecht heissen muss ? Oder will ich mich hier lediglich dafür gar nur vor euch rechtfertigen ?
Ist das Gegenteil von Angst z.B. Mut ? Ist ein ängstlicher Mensch ein Feigling ? Angst ist m.W. zunächst einmal ein Gefühl und zwar ein Gefühl; dass wir Menschen nachweislich mit Tieren teilen ? Dieses Gefühl kann man aber auch ohne die Subvention einer halben Milliarde €uro und zusätzlicher "neuer" Forschungen schon heutzutage wegmachen. Die Pharmaindustrie hat da schon seit Jahrzehnten "wirksame Substanzen" in der Hand. Reden wir von der normalen oder krankhaften Angst - Ayla hat diese Frage offengelassen ? ;) Ich finde es näHmlich ziemlich normal wenn ein Kind z.B. Angst verspürt, wenn es seine Eltern nicht in greifbarer Nähe weiss oder wenn es sich aufgrund von Erfahrungswerten nicht an eine glühende Herdplatte traut ? Wenn ein Soldat bei seinem Einsatz in einem Krisengebiet nicht blindlinks zu einem heroischen Sturmlauf ansetzt ? Oder wenn ein Schwein "durchdreht", wenn es den Geruch vom Schlachthof wahrnimmt. Wenn Vögel in ein aufgeregtes Zirpen verfallen, nur weil eine Katze auftaucht ? Ihr scheint euch m.M. nach zur Zeit ein bisschen zu sehr mit diesem Thema "allgemein" zu beschäftigen ? Wollt ihr z.B. den oben genannten "Ängstlichen" wirklich ihre "Angst" nehmen ? Gut - es wäre zweckdienlich - aber wäre es auch sinnvoll ? |
Zitat:
Zitat:
In diesem Zusammenhang: Hinweis auf die vergleichenden Studien von Prof. Alexander Weber an der Gesamthochschule Paderborn zum Thema "Laufsport und Angstbewältigung/Stressresistenz" :) Zitat:
Zitat:
Das Klappt bei Tieren z.B. in der Dressur nur sehr bedingt. Zitat:
|
Ich bin mir unsicher, was die Definition "Angst" angeht. :confused:
Mir fallen zu diesem Begriff nur immer wieder Fragen ein. Fragen und nochmal Fragen ! Was ist "Angst" - was ist "Furcht" - was ist "Panik" ? Definiert das jeder für sich alleine ? Wer bestimmt, was als "Angst" zu gelten hat ? Gibt es beim Menschen eine sogenannte "Urangst" ?- so wie es "Urvertrauen" gibt/geben soll? In vielen Lebensanschauungen heisst es, dass man, sobald man das Urvertrauen gefunden hat, keine Angst mehr haben kann/wird. Sobald man die Antwort auf die drei existenziellen Fragen gefunden hat, hat man keine Angst mehr, weil man die Zusammenhänge kennt, verstanden hat und vertraut. (Wo komme ich her ? Wer bin ich? Wo gehe ich hin? ) Die Beantwortung dieser Fragen erscheint mir sehr schwer und beim Nachdenken drehe ich mich oft im Kreise oder bleibe in einer Sackgasse stecken. |
Zitat:
Das ist - zumindest im Allgemeinen - auch nicht das Problem. Wer sich zum Kunden manipulieren lässt, obgleich ihn bestimmte Produkte/Dienstleistungen ohne diese Manipulation am Allerwertesten vorbei gegangen wären, der darf (und wird) sich nicht beschweren. Er bekommt ja letztlich nur das, was er will - gegen seinen Willen würde gar nichts laufen. Da wären wir dann beim auch nicht uninteressanten Thema "Wie funktioniert Macht?" Wer erfolgreich Macht über andere ausüben will, muss diesen anderen die freien Wahlmöglichkeiten dahingehend beschneiden, dass sie aus freien Willen heraus die gewünschten Verhaltensweisen zeigen. Ob Vorzeigedemokratie oder mörderische Diktatur: Gegen den Willen der Beherrschten könnten die Herrscher keine Sekunde lang Herrscher sein. Sie hätten keinerlei Macht über jene, die sie beherrschen wollen. (Extrembeispiel: Selbst wenn sich jemandes Wahlmöglichkeiten auf leben oder sterben reduzieren - wenn er es nicht will, wird er sich auch dann nicht beherrschen lassen...und eher sterben.) Und da hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte ein recht erfolgreiches Verfahren etabliert, welches Ärzteschaft und vor allem Pharmaindustrie auch in einer sogenannten Demokratie sehr effektiv einzusetzen wissen, nämlich: Angst zu erzeugen. Womit wir dann also auch wieder beim Strangthema wären... Zitat:
Darüber hinaus ist Angst natürlich auch eine von der Evolution "eingebaute" Überlebenshilfe für (höherentwickelte) Lebewesen aller Art. Ohne Angst könnten diese Lebewesen keine Gefahren für Leib und Leben erkennen und würden dementsprechend kurzlebig sein - mit einer ganz guten Chance auszusterben... Deine Frage nach der Grenze zwischen "krankhafter" Angst und "gesunder" Vorsicht" lässt sich, denke ich, nicht pauschal (und wahrscheinlich überhaupt nicht) beantworten. Manch risikofreudiger Mensch erreicht ein biblisches Alter, währenddessen ein ängstlicher u.U. trotz aller Vorsicht vorzeitig in´s Gras beißt. Oder aber der Risikofreudige macht zwar einen schnelleren Abgang, hatte aber dafür ein erfüllteres Leben. Oder andersherum...:D Die Schwierigkeit bei solch einer Frage besteht m.E. - neben der Tatsache, dass keine zwei Menschen gleich sind - in der Unmöglichkeit, sicher zu erkennen, welche Ängste natürlich und berechtigt; welche von der Umwelt induziert und dennoch berechtigt; und welche induziert und überhaupt nicht berechtigt sind. Sicher können wir uns wohl nur sein, dass die allermeisten unserer Ängste von außen induziert und nicht berechtigt sind. Allein: Das Wissen darum befreit uns nicht von diesen Ängsten -dazu müsste man erkennen können, was man vielfach einfach nicht erkennen kann. :( Zitat:
Feiner Zug, sowas... :rolleyes: Zitat:
Nicht zuletzt deswegen, weil ich mir noch nicht einmal meine ganz eigenen Ängste nehmen kann... :( Zitat:
Und ich glaube, dass beides seine Grundlage in vorgeburtlichen bzw. Geburts-Erfahrungen hat. Zum einen diese absolute Behaglichkeit des "parasitären" Embryos im Mutterleib, dem es an rein gar nichts fehlt, und zum anderen dieses gewaltsame herausgerissen werden aus dem Paradies; die quälende Erfahrung des "in die Welt geworfen werdens" - mit all den bitteren Konsequenzen... Das ist auch gar nicht so esoterisch, wie es vielleicht klingt: Ein Baby kommt nicht mit "leeren Gehirn" auf die Welt, sondern mit einem voll funktionstüchtigen Sinnesapparat. Und der entsteht nicht etwa erst "ganz plötzlich" nach der Geburt... Zitat:
Und in dem Bereich zwischen diesen beiden Zuständen leben wir unser Leben. Ohne diese Dualität in der Welt wäre ein - zumindest irdisches - Leben auch gar nicht möglich... Zitat:
|
...über Schweine und Vögeln...
Zitat:
Ich muss dir allerdings doch wohl nicht noch auch schriftlich darlegen, warum ich verwundert darauf reagiere, dass du lediglich auf den zweiten Teil meiner Frage - dem "Kottlett- & und Brathähnchen Beispiel" - anspringst und die anderen beiden Fragen "höflichst umschiffst" ? Zitat:
VOR einem Marathonlauf kann man den Schwanz einkneifen, weil man Angst vor der Dehydrierung und der eigenen Kondition hat (...“gut“...). Man kann aber auch Angst davor haben, während des Laufes von einem religiös fundamentalistischen Anti-Sportler die Achillissehnen durchtrennt zu bekommen (...“dumm gelaufen“...). ANGST KANN KONSTRUKTIV SEIN – magst du diesen Umstand unterschreiben ? Sich zu „seinen persönlichen Ängsten zu bekennen“ und sie akzeptieren zu lernen bedarf es allerdings eines verdammt guten Fundamentes (gepaart mit Selbstbewusstsein & etwas Glück) – und aweng „Demut“... ;) Zitat:
ANGST ist demnach vielleicht nicht grundsätzlich negativ zu belegen ? Hat dich „ANGST“ schon einmal vor einer vorher nicht deutlich erkennbaren „Pleite“ gerettet ? Alles sprach dafür eine bestimmte Sache „durchzuziehen“, aber deine innere Stimme hat dich vor einer persönlichen Pleite bewahrt ? Mir ist dies schon oft wiederfahren... Zitat:
Aber es gibt Menschen (...hat mir ein Vögelchen gezwitzert...), die mehr Antworten kennen, als eigentlich Fragen gestellt wurden !? Als ein ausgewiesener mathematischer Tiefflieger - der sich mit Statistiken nicht so gut auskennt - würde ich trotzdem gerne "Zweifel" an deren Vorgehensweise äussern ? |
Zitat:
Angst existiert bestimmt nicht einfach so, um uns das Leben schwer zu machen. Sie hat, denke ich, eine wichtige, positive Funktion: Uns möglichst lange am Leben zu erhalten. Aber wie das eben mit allen Dingen im Leben ist: Zuviel davon und schon wird der positive Effekt aufgehoben bzw. ins glatte Gegenteil verkehrt... Zitat:
Aber genau dieselbe Angst hat auch - sogar vorher deutlich erkennbare - "Erfolgserlebnisse" verhindert. Die Medaille hat eben immer zwei Seiten... |
Zitat:
Zitat:
Ich brauch kein "sportlich", "Marathon", Fundamentalisten", "Dehydrierungs"geschwafel, sondern ich wollte wissen, was "normale" bzw. "krankhafte" Angst ist. Die Worte stammen ursprünglich von dir, und ich wollte lediglich erreichen, dass wir hier das gleiche meinen, wenn wir über etwas diskutieren. Zitat:
Zitat:
Wobei ich mit dem Begriff "Glück" da weniger was anfangen kann; ich persönlich würds durch "Ehrlichkeit" und "Arbeit " (an sich selbst) ersetzen. |
"Angst essen Seele auf" (oder so ähnlich heisst ein erfolgreicher Roman))
Es hat mich nicht gestört - lediglich verwundert :rolleyes: - das gerade ihr beide in euren ersten Komm´s in diesem topic "Angst" mit "Schiß haben" gleichgesetzt habt. Aber ich freue mich über den Umstand, dass wir m.M. nach jetzt tiefer in dieses Thema einsteigen.
@ Kamantun Zitat:
In einem meiner Kommentare habe ich die "Todesangst" eines Soldaten angesprochen. Das er <Angst> haben darf & muss ist ja wohl unumstritten. Als Kriegsdienstverweigerer - ohne Familie und auf einem warmen Sofa sitzend - erlaube ich mir dennoch diese Angst zu interpretieren. Welche Motivation lässt ihn seinen Scheissjob weiterhin durchstehen ? Die Angst vor dem Tod oder die Sorge (=auch Angst) um seine Frau und seine Kinder ? Ich hoffe du erkennst den mir so wichtigen Unterschied in der Betrachtungsweise ? "Angst haben" und "Schiss haben" sind für mich zwei unterschiedliche Gefühle. Die Angst um meine eigene Haut kann ich bekämpfen - die Angst um das Wohlsein meiner Lieben ist unbesiegbar. Ein ganzer Wulst von neuen Gefühlen geht mit dieser Angst einher: Sorge, Liebe, Verantwortung und Sehnsucht mögen die stärksten davon sein...? @ Maxx Richtig. Ich schulde dir meine persönliche Definition von "normaler" und "krankhafter" Angst. Wie du weisst habe ich beruflich mit alten kranken dementen Menschen zu tun. Irgendwann prägt sich in diesem Krankheitsbild fast immer ein "innerer Umbruch" heraus. Diese Phase wirkt sich besonders belastend auf meine Arbeit aus. Die Alten "ahnen" das irgendetwas in ihrem Leben nicht mehr so ganz stimmt und konzentrieren all ihre verbliebene Energie darauf, diese persönlichen "Manko´s" mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auszugleichen. Auf der einen Seite leiden sie darunter, morgens im eingekoteten Bett und einer Urinlarche aufzuwachen, andererseits verweigern sie aber auch Hilfe bei der täglichen Körperpflege. In solchen Momenten bin ich genötigt meine "pflegerische Kompetenz" herauszukehren und auch gegen den Willen meiner Jungs & Mädels den Waschlappen zu schwingen. Sie wissen das sie Hilfe benötigen - haben aber Angst davor dies öffentlich einzugestehen und diese Hilfe auch anzunehmen. Meine KollegInnen nennen das dann "angewandte Grundpflege" - ich nenne es "Brechen von Persönlichkeit". Was mich immer wieder tief erschüttert ist der Umstand, dass es mir unmöglich ist, meinen Jungs & Mädels die Angst zu nehmen ! Das ist wirklich so. Vielleicht denkst du in diesem Moment an den Begriff "Schamgefühl" ? Dieses Unwort wird unseren Auszubildenden <eingeimpft>; damit sie guten Gewissens die Angst unserer Alten nicht so deutlich zu spüren vermögen. Die Angst meiner Alten ist nicht der Tod, sondern das Leiden. Gilt das auch für uns ? |
Zitat:
Ich sehe/verstehe nicht so ganz, wo die Unterschiede zwischen "Angst haben" und "Schiss haben" liegen sollten. Sind das für Dich zwei völlig verschiedene Gefühle oder reden wir hier doch nur von unterschiedlichen Intensitäten ein- und desselben Gefühls, bzw. Zustandes? Zitat:
Warum wohl? Ich denke mal, aus genau demselben Grund, weswegen wir auch heutzutage immer noch vielerlei Verhaltensweisen an den Tag legen, die - zumindest in dieser Hemisphäre - wenig bis keinen Überlebensnutzen mehr haben: Weil unserer genetisches Erbe, welches die Grundlagen unserer Persönlichkeiten, Bedürfnisse und Triebe über einen Zeitraum von sehr vielen Jahrtausenden entwickelt hat, mit dem derzeitigen Entwicklungstempo der (westlichen) Menschheit nicht so ganz mithalten kann. Und so werden - im Guten wie im Schlechten - die einstmals als Überlebenshilfe bzw. für den Fortbestand der Art notwendigen Triebe, Bedürfnisse und Verhaltensweisen vom modernen, westlichen Menschen (der sich ja genetisch nicht der Rede wert bspw. von seinem Naturvolk-Pendant im Urwald Südamerikas unterscheidet), in sein, im Vergleich, völlig ungefährdetes Dasein mitgenommen - und seien sie im ursprünglichen Sinne auch noch so überflüssig... So verhält es sich mit dem Sex, den wir (mehrheitlich) nicht mehr deshalb praktizieren, weil wir einem naturgegebenen Trieb zum Zwecke der Arterhaltung nachgeben. Vielmehr haben wir den Trieb und den damit verbundenen Spaß bei der Befriedigung dieses Triebes selbst zum Zweck erklärt. (Positives Beispiel, weil Spaß bringend - ...ok...realistischer formuliert: WENN es denn im Einzelfall Spaß bringt...;) ) Und so ist es eben auch mit der Angst. Westliche Menschen sind im allgemeinen nicht mit unmittelbaren Gefährdungen für Leib, Leben und Fortpflanzung bedroht und trotzdem haben/entwickeln sie jede Menge Ängste, die sich von der Intensität her kaum von denjenigen Menschen unterscheiden dürften, welche im australischen Hinterland, Afrika oder Südamerika als Naturvölker Tag für Tag um´s nackte Überleben kämpfen müssen. (Wenn sich Letztere solch intensive Ängste überhaupt erlauben können/Zeit dafür finden...wohl eher nicht...) Die Sache ist die: Wir kommen mit Ängsten auf die Welt und wenn diese Ängste keine Entsprechungen fnden - dann schaffen wir uns halt welche. Und darin sind wir verdammt gut. :( (Im Übrigen auch im weiterverbreiten dieser Ängste - kommerziell motiviert oder auch nicht...) Zitat:
Am Anfang der unmittelbaren Kampfhandlungen steht nur die Angst um´s nackte Überleben. Zeit, um an die liebe Familie daheim zu denken, gibt´s da einfach keine, wenn einem die Kugeln um die Ohren fliegen. Wenn man diese ersten Kriegserlebnisse an der Front seelisch einigermaßen überstanden haben sollte, gibt es sicherlich Gedanken an die Geliebten zu Hause - wobei Liebe und Sehnsucht wohl die vorherrschenden Gefühle sein werden; Sorge und Verantwortung sind in Zeiten eigener, unendlicher Qualen wohl eher, ähm...unwahrscheinlich? Phase zwei (die natürlich auch SOFORT eintreten kann), ist dann die der körperlichen und/oder seelischen Total-Erschöpfung; schwer verwundete und tote Kameraden und Feinde zuhauf. Man hat selbst Menschen getötet und der Feind hat Menschen getötet, die man gut kannte; mit denen man befreundet war, die man mochte... Man hat keine Angst mehr vor dem eigenen Tod. Man verspürt gar nichts mehr. Man ist leer - und marschiert auf Befehl dem Feind entgegen. Und Du meinst also, in solch einem Zustand der körperlich wie seelischen Abgewracktheit wäre man mehr als nur ein völlig willenloser Automat, der jeden Befehl als Abwechslung empfindet und den Tod eher sucht als fürchtet; und man würde vielmehr an die Lieben daheim und an deren Sicherheit und Wohlbefinden denken, und daraus eine Motivation schöpfen, weiterzumachen?? |
Die kognitive Angsttheorie betont, dass die emotionalen Konsequenzen aus der Informationsverarbeitung eines Menschen zu Angst führen können. Angst entspricht dann dem "Wegfall interner Kontrolle" (J. B. Rotger) oder "gelernter Hilflosigkeit" (E. P. Seligman). Angst ist also Folge eines Kontrollverlustes durch Fremdheit, Ungewissheit, Verlassenheit oder die Vorwegnahme von Gefahr???
@Crunchy meinste mit "Schiss" und Angst das: Der abendländische Kirchenvater Augustinus (354-430 nach Christus) unterschied die niedrige Furcht vor Strafe von der höher bewerteten Furcht vor Schuld aus Ehrfurcht vor Gott? Auch das finde ich sehr interessant: Für den deutschen Existenz-Philosophen Martin Heidegger (1889-1976) war Angst eine Grundbefindlichkeit, in der das Dasein auf sich selbst zurückgeworfen wird. In der Angst eröffnet sich der Existenz ihre Endlichkeit und ihre Nichtigkeit, denn der Mensch empfindet das Dasein als "Sein zum Tode". @Kamantun Angst kann Menschen belasten und sogar psychisch ruinieren. Sie ist aber wegen ihrer Warnfunktion oft lebensrettend. Angst überkommt den Menschen meist unfreiwillig und unkontrolliert. Eine Ausnahme ist die Angst als Lust, der sich Menschen freiwillig aussetzen, sei es auf der Achterbahn oder beim Schauen eines Horrorfilms. Die Emotionspsychologie unterscheidet zwei Bedingungen der Angst: Manche Menschen bekommen aus übergroßer Ängstlichkeit Angst. Andere verspüren Angst in einem Moment tatsächlicher, akuter Bedrohung. Ist die Angst so unangenehm weil sie unkontrollierbar(?) ist? |
@Ayla
Zitat:
Angst ist vielmehr deswegen so unangenehm, weil das ihre Funktion so zwingend voraussetzt. Wären Angstgefühle angenehmer Natur, würden wir alles dafür tun, möglichst oft in Situationen zu kommen, die uns (potentiell) Schaden zufügen können. Das wäre schlicht eine Umkehrung der eigentlichen, ursprünglichen Funktion von Angst - und im evolutionären (Überlebens-)Sinne sehr kontraproduktiv. |
Zitat:
Und was ist mit der Ausnahme die Angst als Lust, der sich Menschen freiwillig aussetzen, sei es auf der Achterbahn oder beim Schauen eines Horrorfilms? Der dänische Theologe Sören Kierkegaard (1813-1855) betrachtete die existenzielle Angst als Wesensmerkmal menschlichen Denkens und der Willensfreiheit. Im Sprung in den Glauben soll laut Kierkegaard die Angst überwunden werden. |
Zitat:
Aber dieses "braucht keiner" ist auch nicht ganz richtig - die Betroffenen brauchen diesen Schutz ja ganz offensichtlich. Und für sie stellt sich nicht die Frage, wie irrational ihre Ängste und wie nichtig, übertrieben oder imaginär die befürchteten Gefahren aus der Sicht von Außenstehenden sind: Für sie selbst sind sie sehr real. Zitat:
Zitat:
Wer wirklich Angst vor einer Achterbahnfahrt hat (und solche Menschen gibt es), wird mit einiger Sicherheit keine machen. Zitat:
|
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Allerdings muss man dazu wissen , daß sein Vater als Kind des Nachts in der Kälte die Schafe hüten musste. Als er 12 Jahren alt war, verleitete ihn dies einmal dazu, Gott zu verfluchen. Von dort an litt er unter der Psychose, nun in die ewige Verdammnis zu müssen. Mit dieser Psychose ausgestattet, machte er später seine gesamte Familie verrückt. Die Philosophie Kierkegaards ist ein Produkt dieser psychotischen Familienverhältnisse. ;) DAS verleitet mich dazu noch einmal zu fragen ob Angst angeboren ist oder in der heutigen Zeit doch vielleicht nur eine anerzogene Begleiterscheinung? Ist Angst nur eine physische Reaktion, wie Platon oder Aristoteles es bezeichneten? DAS würde wiederum erklären warum sich das Wort "Angst" vom griechischen Verb "agchein" und dem lateinischen "angere" ableitet. Beides heißt übersetzt "würgen", "die Kehle zuschnüren". In der Psychologie wird zwischen Angst als Zustand (state anxiety) und Angst als Eigenschaft (trait anxiety) unterschieden. Während die Zustandsangst eine vorübergehende Emotion infolge einer realen Gefahr ist, führt die "trait anxiety" dazu, daß Situationen auch ohne akute Bedrohung als gefährlich eingeschätzt werden. Wie kann ich das denn nun in der Praxis unterscheiden??? Wie soll ich denn nun meine Angst SUBJEKTIV betrachten? Du hast mich anfangs nach Schuld gefragt. "Schuld haben" ist doch etwas was uns eingeprägt wird, oder? Gibt es EMOTIONELL einen Unterschied? "Ich habe Angst Schuld zu haben". Ist das trennbar? |
Zitat:
Das Problem bspw. bei Depressionen ist ja nicht nur (oder vielleicht gar nicht?), dass man ein anderes, besseres, schöneres Leben vor Augen hat und einem einzig die Mittel zur Umsetzung fehlen, sondern das jedes andere, veränderte Leben einem durch die Depressionsbrille betrachtet genau so grau und leer und letztlich unwünschenswert vorkommt. Also ein Teufelskreis aus Nichtwollen und Nichthandeln... Zitat:
Zitat:
Aber um erst einmal dafür bereit zu sein, sich seinen Ängsten auf die "schmerzhafte Tour" zu stellen, muss das Verhältnis zwischen momentanen Leiden (durch die Ängste verursacht), erwarteten Leiden (durch die Konfrontation mit diesen Ängsten), und erwarteten künftigen Wohlbefinden (ohne diese Ängste) stimmen. Und für manch einen/eine stimmt dieses Verhältnis nie. (Um ein einfaches Beispiel zu bringen: Ich habe seit ich denken kann eine Klaustrophobie. Trotzdem würden mich keine zehn Pferde dazu bringen, eine Therapie zu machen, in deren Verlauf ich in Fahrstühle steigen muss, die irgend wo (kontrolliert) angehalten werden. Dazu leide ich einfach "nicht genug" unter dieser Phobie.) Zitat:
Das hat, denke ich, weniger mit "Lust an der Angst" zu tun, als vielmehr mit der Vermeidung von Unlustgefühlen, welche die Ängste in bestimmten Situationen hervorrufen. Zitat:
Zitat:
Und was dann bei all den möglichen Entwicklungen am Ende konkret bei "rumkommt", wird durch die Umwelt beeinflusst bzw. festgelegt. Zitat:
Was nutzt Dir also diese Unterscheidung? Zitat:
Schuldgefühle halte ich nicht automatisch für Angstgefühle. Aber sicherlich gehen oftmals Angstgefühle damit einher. Angst vor gesellschaftlicher Ächtung bspw... |
Sind n paar interessante Sichtweisen hier, auf die ich allerdings aus Lustmangel jetzt nicht einzeln eingehen will.
Nur soviel: wenn hier von "Angst" geschrieben wird, ist mir das eigentlich zu allgemein. Unabhängig mal davon, auf was sich die Angst bezieht, gibt es auch "innerhalb" dieser einen Angst noch Phasen und Abstufungen. Deswegen ist es auch nur begrenzt möglich, zu bewerten ob Angst über rationales Vorgehen "aberziehbar" (besser überwindbar) ist oder nicht.. In der Phase der aktiven Angst ist es vielen Menschen (allen? ) ja gar nicht mehr möglich das Thema/die Ursachen rational anzugehen, bzw. sie merken gar nicht, dass ihr Denken und das daraus resultierende Verhalten auf Angst basiert. Wer aber behauptet (bzw. zumindest für sich erkannt hat) "Ich habe Angst", dem stehen rationale Lösungen eigentlich schon zur Verfügung. Wenn mir also bewusst ist, das ich vor irgendetwas Angst habe, kann ich mir vorstellen die Angst sei ein kleiner Affe mit rotem Jäckchen, blauer Hose und gelber Narrenkappe, den ich mir auf die Schulter setze, und dann mein Vorhaben -mit Angst- trotzdem versuchen umzusetzen. (ich weis, dass das funktioniert! ) |
Zitat:
|
Hm.....
Zitat:
Vielmehr möchte ich noch einmal dahin, ob Angst IMMER real wahrgenommen werden muss? Aus der Medizin weiss man, daß Angst auch ZUERST als Körperdefizit wahrgenommen werden kann und gar nicht als Angst von den Betroffenen realisiert wird! DAS wiederum bringt mich dazu zu hinterfragen, ob Angst überhaupt richtig definiert, begründet oder erklärt worden ist? Ich will Dir ein Beispiel nennen: Jemand lernt einen Menschen kennen und man findet sich sympathisch. Nun gibt es Menschen die genau an dem Zeitpunkt anfangen mit sich zu hadern. Sie "denken" sich alle möglichen Szenarien aus warum dieser Mensch nicht für eine Partnerschaft in Frage kommt. Ist das Angst??? Und wenn ja - wovor hat man dann Angst? Man kennt diesen Menschen doch gar nicht! Man weiss also nicht WAS passieren kann. Nimm mal weiter an, dieser Mensch hat noch keine lebensbedrohlichen mit Angst verbundene Situationen erlebt oder schwerwiegende Verluste erlebt. Wovor sollte also diese "Angst" dann warnen? Pauschal vor Unbekanntem? Unwahrscheinlich! Ist "Angst" dann kontrollierbar und unterliegt der WILLENSFREIHEIT , so wie die Schuld? Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Und dann auch noch REALE Angst zu empfinden? Da stimmt doch irgend etwas nicht!? Zitat:
Kinder zeigen eine ursprüngliche Lust am Gruseln. Selbst die Kleinsten sind durch Märchen, in denen aufgefressen, zu Tode getanzt und enthauptet wird, nicht überfordert. Im Gegenteil. Der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim (1903-1990) untersuchte die Bedeutung des Gruselns in Kindermärchen. Er stellte fest, dass die Begegnung mit der Angst ein unerlässliches Moment der Entwicklung ist. Kinder müssen mit Angst konfrontiert werden, um sie benennen zu können, denn nur so ist sie bewältigbar. Das Gruseln stimuliert auch die erste Auseinandersetzung mit dem Tod, ohne die, so Bettelheim, keiner zum vollen Menschen heranreifen könne. http://www.zeit.de/zeit-wissen/2005/04/Angstlust.xml Wieso "stärken" wir uns ergo nicht, sondern laufen dann vor "unangenehmen" Dingen davon? Zitat:
Zitat:
Was mich zur nächsten Frage führt: WIE ist es möglich kollektive "Angst" zu erzeugen, wenn Angst nur individuell wahr genommen werden kann??? Zitat:
Das Gefühl "Angst" ist entwicklungshistorisch älter als die "Schuld". Was wiederum für ein "Gefühl" des Urhirns spricht. Ist das Wort "Angst" vielleicht nur letztlich eine Raummetapher und bedeutet "Enge". ? Ist Angst die unmittelbare Registration von einem verengten Raumverhältnis? Durch aufkommende Furcht schreitet der Organismus zu Flucht, was nichts anderes bedeutet, als daß man sich verspricht durch Distanzschaffung, den "engen Ort" durch die zurückgelegte Strecke wieder zu vergrössern? Das würde aber ein sehr konfuses Bild von "Angst" zeigen und ist für mich dann überhaupt nicht mehr mit vereinzelbaren Handlungen einiger Menschen erklärbar. Kann ein "enger Ort" ergo auch ein Mensch sein???:confused: |
Zitat:
das wird von ganz unterschiedlichen Faktoren (z. B. wie lange hab ich die Angst "gepflegt", welche [vermeintlichen] Vorteile entstehen mir durch das Angst haben, welche Nachteile befürchte ich durch Aufgabe der Angst zu erleiden] und Vorerfahrungen sowie individuellem (Selbst-)vertrauen abhängen. Angst ist ja schließlich immer in die Zukunft gerichtet, kann also letztendlich nur durch die -mehr oder weniger oft wiederholte- Erfahrung des "Überstehens" gelindert/abgebaut werden. Wenn ich z.B. 50 mal mit dem Affen losmarschiert bin, und nie sind meine Befürchtungen/Ängste Realität geworden, werd ich vermutlich beim 51.mal zumindest weniger haben. Und ein relativ angstfreies Leben lässt sich vermutlich dadurch herstellen, dass ich die 50-fachen Erfahrungen zum Thema "Angst vor X" auf das gesamte Alphabet übertrage; sprich irgendwann so selbstsicher und bewusst bin, dass mich die Erfahrungen in X dazu bringen auch mal mit dem Affen in die Erfahrung Y, B oder Z zu gehen. (etwas, dass dann von Aussenstehenden meist als "Mut" gesehen wird; aber das nur nebenbei) |
@ MAXX
Danke. Auch wenn mir noch nicht so ganz klar ist, wie das (bei mittelgroßen bis großen Ängsten) im konkreten Fall funktionieren soll/kann: Im Prinzip verstanden. (Ist halt blöd, dass es keine allgemeingültigen Intensitätsstufen für Angst gibt. Nicht geben kann...) @Ayla Zitat:
Daraus: "Sehr oft sind Ängste vorhanden, deren Existenz die Betroffenden nicht bestätigen können, da sie verdrängt werden. Besondere Ängste, die Charakter bestimmend sind, beschreibt Fritz Riemann. Die von ihm beschriebenen Ängste sehen nur wenige Menschen, obwohl jeder Mensch ein oder mehrere dieser Ängste besitzt." Zitat:
Zitat:
Zitat:
Aus obigen Link: "Im Alltag kann die Angst um sich latent bleiben, so lange man sich im Besitz dessen wähnt, worauf man vertraut. Das Vertrauen schlägt aber in Verzweiflung um, wenn man es verliert." Jeder Mensch hat einen begrenzten Lebensraum, innerhalb dessen er vertraut. Nehmen wir nun mal an, dass für einen Menschen eine Partnerschaft nur außerhalb dieses vertrauten Raumes möglich wäre (für den einen ist diese Grenze identisch mit der des Universums, für den anderen liegt sie in Kolumbien und für einen dritten an der eigenen Wohnungstür) - dann wird er jede Menge Hummeln im Hintern bekommen und tausend Gründe finden, warum das mit der Partnerschaft nicht funktioniert. Zwar kann er nicht wirklich wissen, was ihn in der Fremde erwartet, aber dafür weiß er, was er zurücklassen würde: (Selbst-)Vertrauen und (Selbst-)Sicherheit. Was ist das denn anderes als eine Angst vorm Unvertrauten, vorm Unbekannten? Zitat:
Einen freien Willen gibt es doch nur insofern, dass wir innerhalb eines begrenzten Spektrums frei entscheiden können. (Übertriebenes Beispiel: Ohne die entsprechenden Anlagen/Fertigkeiten kann ich kein Mathematikgenie werden - so sehr ich mir das auch wünsche.) Zitat:
Zitat:
(Aber werden denn Ängste tatsächlich auch medikamentös behandelt? - Also, außer zur Symtombekämpfung...?) Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Ich sehe da nicht unbedingt einen Widerspruch, weil das Ziel des Distanzschaffens auch damit erreicht wird. Ich denke mal, eine "Enge" kann auch immer nur in Bezug auf die Außenwelt wahrgenommen werden und die größtmögliche Distanzierung/Flucht aus dieser Enge besteht also darin, sich komplett von der Außenwelt zurückzuziehen. (Das würde zumindest die Richtung der Flucht erklären.) In diesem Zusammenhang gibt es sicherlich noch viele interessante Gesichtspunkte: Wie verhält es sich mit Autisten; wie mit Leuten, welche ihr Leben damit verbringen in aller Welt (großer Raum!) Achttausender zu besteigen oder in Eiswüsten umherzukraxeln usw. |
Zitat:
auch nach Tumbuktu! Wer nicht "losgeht" der ist schon VORHER "ängstlich" gewesen und lebt in einer Scheinsicherheit. Nimm eine/n Voll-Alkoholiker/in: Er säuft weiter weil er glaubt im Suff stark und sicher zu sein, obwohl um ihn herum schon alles zusammengebrochen ist. Bei dem puren Gedanken an das Aufhören setzen Ängste ein. Wovor? Vor Klarheit und diziplinierter Selbstkontrolle? Vor Lösungen seiner Probleme? Zitat:
ein neuer Umgang mit selbiger. Hat die "natürliche" Angst denn tatsächlich uns "im Griff"? Oder "nehme" ich nicht heute manchmal eher "meine Ängste" weil es vermeintlich bequemer oder risikoärmer erscheint? DAS würde dann aber doch Willensfreiheit bedeuten. Du hast von Klaustrophobie geschrieben. Vielleicht ist die Angst vor der Enge aber nur ein Symptom für völlig andere Ängste, die Dir gar nicht bewusst sind? Soll heissen, daß Klaustrophobie selber gar nicht das Problem ist, sondern sich nur vor eine andere verdrängte, vergessene oder unbenannte Angst geschoben hat? Eine Distanzierung von der Gesellschaft aus "Angst", schafft aber auch Distanz zu sich selber. Man verliert durch mangelnde Reflexion das natürliche Selbstbildnis und muss sich ein "Kunst - Ich" schaffen? Autismus möchte ich herausnehmen, da es ein sehr vielseitiges Krankheitsbild ist. Nicht alle Autisten sind "vor Angst erstarrt" oder benötigen Rituale. Extremangstüberwinder sind m.M. nach süchtig nach Kicks. ;) |
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Da erscheint es mir sehr viel wahrscheinlicher, dass die Angst zuerst da ist - und dann erst (je nach Angstgrad/Angstfreiheit) die Eigenschaft "risikoscheu" bis "risikosuchend". Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
|
Was denn..
nun? Sind wir nun "ängstlicher" als die Menschen "früher" oder nicht? Die Ärztewissenschaftler beklagen zumindest eine Zunahme von Angstpatienten und die Stationen auf den Psychiatrien sind überfüllt. Beim Püschologen gibt es meist Wartezeiten von 6-12 Monaten.
WIE heisst denn unser "Feind" heute, wenn die Ängste zunehmen? |
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 14:01 Uhr. |
Powered by vBulletin® Version 3.6.3 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2025, Jelsoft Enterprises Ltd.