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lazlo 15.09.2008 09:17

Warum ist Minigolf nicht Olympisch??
 
Hallo zusammen,

mich würde es mal Interessieren warum Minigolf eigentlich nicht Olympisch ist. Ich weiss das es wohl mal bei einer art Quali für Olympia dabei war aber was ist aus dem ganzem geworden???

Genauso würde es mich mal interessieren warum Minigolf nicht an den letzten World Games teilgenommen hat die ja auch bei Sportarten möglich sind die nicht Olympisch ist??? Und wie schaut es bei den nächsten World Games aus???

Ist jetzt nur generell eine bzw zwei Fragen die mich interessieren :-)

Freue mich schon auf die Antworten

lg

At The Drive-In 15.09.2008 09:59

Es gibt viele Anforderungen an Sportarten, die olympisch werden wollen. Leider gibt es wohl auch einige, die Minigolf nicht erfüllt.

Ich erinnere mich, dass es eine bestimmte Anzahl von Kontinentalverbänden für den Sport geben muss (5?). Der Sport soll also weltweit vertreten sein. Im Minigolf gibt es aber nur Verbände in Europa, Nordamerika und Asien. Von Minigolf in Südamerika, Afrika oder Australien habe ich noch nie gehört. Aus diesem Grund dürfte es in näherer Zukunft quasi unmöglich sein, olympisch zu werden.

Bei manchen Sportarten, die in Peking dabei waren, wundert man sich allerdings schon...:)

Realistischeres Ziel ist es, mal bei den World Games dabei zu sein. Als Demo-Sportart waren wir schon mal dabei. Ich glaube, der WMF ist mittlerweile auch in einem wichtigen Gremium aufgenommen. Würde mich auch interessieren, was noch fehlt, um bei den World Games dabei zu sein?

Gruss, Simon

lazlo 15.09.2008 10:30

Zitat:

Zitat von At The Drive-In (Beitrag 85675)
Es gibt viele Anforderungen an Sportarten, die olympisch werden wollen. Leider gibt es wohl auch einige, die Minigolf nicht erfüllt.

Ich erinnere mich, dass es eine bestimmte Anzahl von Kontinentalverbänden für den Sport geben muss (5?). Der Sport soll also weltweit vertreten sein. Im Minigolf gibt es aber nur Verbände in Europa, Nordamerika und Asien. Von Minigolf in Südamerika, Afrika oder Australien habe ich noch nie gehört. Aus diesem Grund dürfte es in näherer Zukunft quasi unmöglich sein, olympisch zu werden.

Bei manchen Sportarten, die in Peking dabei waren, wundert man sich allerdings schon...:)

Realistischeres Ziel ist es, mal bei den World Games dabei zu sein. Als Demo-Sportart waren wir schon mal dabei. Ich glaube, der WMF ist mittlerweile auch in einem wichtigen Gremium aufgenommen. Würde mich auch interessieren, was noch fehlt, um bei den World Games dabei zu sein?

Gruss, Simon

Also in Australien gibt es einen Verband. Sogar in Neu Seeland. Mexico ist auch dabei doch bei Afrika habe ich nichts gefunden :-)

Siehe WMF Internetseite

Das heisst es fehlt nur noch ein Verband in Afrika und da wäre es möglich???

At The Drive-In 15.09.2008 10:41

Ah, interessant. Das hat sich wohl doch was getan.

Es gibt aber vermutlich noch weitere Bedingungen. Und ich glaube, der Faktor GELD spielt auch eine Rolle.

Weitere aktuelle Infos (meine sind ja offensichtlich veraltet) würden mich auch interessieren.

Aber vielleicht erleben wir es ja irgendwann noch - wenn wir uns immer gesund ernähren, nicht rauchen und fit bleiben! ;)

At The Drive-In 15.09.2008 10:44

Auf der WMF Seite ist übrigens auch nur von den Kontinentalverbänden Asien, Nordamerika, Europa die Rede.

Mexiko gehört typischerweise zu Nordamerika (z.b. im Fussball).

Australien & Neuseeland müssten sich zusammentun und einen Ozeanienverband gründen...

lazlo 15.09.2008 10:54

also wenns ums geld geht hat es ja wenig mit einem olympischen sportsgedanke zutun aber naja

elchsammler 15.09.2008 11:30

Damit eine Sportart an den Olympischen Sommerspielen teilnehmen kann, muss es in 75 Länder ( bei Winterspielen 56 Länder ) des IOC einen eigenen Fachverbandgeben. Dann muss es in den Ländern ein regelmäßiger Spielbetrieb geben.
Jetzt können wir ja mal die Werbetrommel rühren und dann haben wir vielleicht mal irgendwann Glück.

At The Drive-In 15.09.2008 11:46

Mit dem Faktor Geld meinte ich: die Aufnahmeregularien in die nötigen Gremien, Kommitees etc. sind da wohl sehr, sehr aufwendig. Und das kostet dann nun mal Geld. Das ist nichts, was ein engagierter Ehrenamtlicher mal eben in seiner Freizeit stemmt, denke ich.

Siegus 15.09.2008 12:17

Sehr interessante These.

lazlo 15.09.2008 13:21

wenn es wirklich 75 länder braucht wird das denke ich mal eine fast unmögliche sache sein das zu bewältigen. doch kann ich mir bei vielen sparten die olympisch sind irgendwie kaum vorstellen das es in mindestens 75 länder einen solchen sportbetrieb gibt

Static² 15.09.2008 16:50

Ich könnte mir Vorstellen, dass Minigolf auch einfach zu uninteressant ist.
Also für die Zuschauer. Denn Golf ist auch nicht olympisch oder zum Beispiel Snooker. Warum?! Ich denke weil es wenige Leute interessiert. Die Sportarten die olympisch sin werden meist auch öfter im Fernsehen gezeigt!
Gruß Static²

wate 15.09.2008 17:59

Das "Olympische Museum" gibt auf Seite 7 seiner 18-seitigen Olympia-Broschüre

http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_669.pdf

eine klare Auskunft:

Aufnahmekriterien für eine olympische Sportart
Um in das olympische Programm aufgenommen zu werden, muss eine Sommersportart unter
anderem folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Sie muss weit verbreitet sein: als Männersport in 75 Ländern und auf vier Kontinenten,
    als Frauensport in 40 Ländern und auf drei Kontinenten.
  • Sie muss sich den Antidoping-Maßnahmen der Olympischen Bewegung unterwerfen.
  • Sie darf nicht auf einen mechanischen Antrieb (z. B. einen Motor) angewiesen sein.

Heute muss eine Wintersportart in mindestens 25 Ländern und auf drei Kontinenten weit
verbreitet sein, um in das Programm aufgenommen zu werden. Zwischen Männern und
Frauen wird kein Unterschied gemacht.

Was die Attraktivität angeht, so werfe ich in den Ring, dass Sportschießen auch nicht gerade der Publikumsbringer ist. Golf war schon mal olympisch und macht aktuell Anstrengungen, es wieder zu werden. Minigolfsport oder Snooker z.B. haben da viel mehr zu bieten.

Weiteres Problem: Um neu aufgenommen zu werden, muss eine andere Sportart entfallen.

Ghost 15.09.2008 18:00

Oh ja , Sportschießen schaue ihc mir jede woche an ... :rolleyes:

wate 15.09.2008 18:07

Wo?

Die Rede war von Fernsehtauglichkeit. Was in dieser Hinsicht aus Peking vom Sportschießen rüberkam, war extrem langweilig und fürs Auge nicht nachvollziehbar.

Dass Sportschießen für die Aktiven spannend ist, will ich überhaupt nicht bestreiten. Aber selbst auf der Kirmes sieht man, wenn die Blume runterfällt. Bei Olympia muss man erst warten, bis die Scheibe ausgewertet ist.

Überhaupt finde ich es bedenklich, wenn Sportarten mit militantem Hintergrund im Olympiaprogramm sind.

Nina T. 15.09.2008 18:49

Zugegeben: Sportschießen ist für den Zuschauer etwas langweiliger als Minigolf, würde ich mal sagen. Aber auch Minigolf würde ich mir nicht angucken. Das muss man einfach spielen und nicht im TV gucken!

wate 15.09.2008 19:36

Wie findest Du z.B. die Snookerübertragungen? Und - falls Du das anschaust: Würdest Du glauben, dass man Minigolf nicht ähnlich präsentieren könnte? Kameras über der Bahn, gedachte Spiellinie anzeigen ....

Fireglow86 15.09.2008 20:05

Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 857719)
Überhaupt finde ich es bedenklich, wenn Sportarten mit militantem Hintergrund im Olympiaprogramm sind.

Hallo Walter,

als ehemaliger Kaderschütze muss ich hier nun mal für diese Sportart die 'Lanze brechen':

Könntest Du mir bitte erläutern, woran Du Deine Bedenklichkeit an dieser Sportart festmachst? Doch nicht etwa an einige wenigen hirnverbrannten Verbrechern die mit den Sportgeräten von Papa in den USA Amok laufen?

Ich wage zu behaupten, dass bisher kein aktiver Sportschütze mit seinem Sportgerät einen Amoklauf oder ähnliches Verbrechen begangen hat.

Da ich diesen Thread hier aber nicht tot diskutieren möchte, will ich dieses Medien-gebackene Problem nicht weiter vertiefen. Falls Du möchtest, kann ich Dir gerne noch ein paar nähere Infos zur Disziplin und Sicherheit im Schießsport geben ...

Aber um noch mal zum Thema zu kommen:

Ich denke, dass Minigolf rein fernsehtechnisch etwas schwierig darzustellen ist. Sicherlich ist es möglich, aber wie willst Du effektiv (ohne an jeder Bahn einen Kameramann stehen zu haben) über alle Bahnen und vorallem Spieler einen guten Querschnitt über das Teilnehmerfeld anbieten? Ich glaube, das würde den Rahmen doch etwas sprengen ...:eek:

Liebe Grüße,
Michael

Lenny 15.09.2008 20:33

Absolut off-topic, weil im falschen Foum
Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 85771)
Überhaupt finde ich es bedenklich, wenn Sportarten mit militantem Hintergrund im Olympiaprogramm sind.


Deine Aussage an sich könnte ich unterstreichen, wäre mir aber absolut nicht sicher, was das für Sportarten sind, die einen militärischen Hintergrund haben. Ich weiß zum Beispiel, dass du Biathlon-Fan bist ;) . Selbst jedwedes Laufen (Rennen ist militärisch bestimmt gut verwendbar) könnte ins Schema passen.

BOnF 15.09.2008 22:23

wohl kaum
 
Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 85787)
Wie findest Du z.B. die Snookerübertragungen? Und - falls Du das anschaust: Würdest Du glauben, dass man Minigolf nicht ähnlich präsentieren könnte? Kameras über der Bahn, gedachte Spiellinie anzeigen ....

na bei Snooker ist doch wohl die Taktik viel entscheidender, da es viel mehr Spielsituationen gibt (>unendlich;-)) bei vielen Bahnen aber nur 1-3. Die "spannende" Frage ist nur, ob die Kugel fällt - das ist fürs Fernsehen wohl zu wenig...

BOnF

At The Drive-In 16.09.2008 07:38

Ich denke schon, dass man Minigolf gut fernsehtauglich aufbereiten kann. Natürlich nicht als komplette Live-Übertragung - dafür sind die Wettkämpfe (im heutigen Format) einfach zu langwierig. Aber eine Zusammenfassung der entscheidenden Bahnen könnte man schon sehr spannend bringen. Und so werden doch bei Olympia die meisten Sportarten präsentiert.

Ausserdem wäre es für die Zuschauer interessant, weil die meisten schon mal selbst einen Schläger in der Hand hatten und daher eine gewisse Idee davon haben, wie schwer es ist, die Bälle so zuverlässig einzulochen.

Aber das mit der Verbreitung ist einfach eine hohe Hürde.

Gruss, Simon

wate 16.09.2008 08:12

Zitat:

Zitat von Fireglow86 (Beitrag 85789)
Hallo Walter,

als ehemaliger Kaderschütze muss ich hier nun mal für diese Sportart die 'Lanze brechen':

Könntest Du mir bitte erläutern, woran Du Deine Bedenklichkeit an dieser Sportart festmachst? Doch nicht etwa an einige wenigen hirnverbrannten Verbrechern die mit den Sportgeräten von Papa in den USA Amok laufen?

Ich wage zu behaupten, dass bisher kein aktiver Sportschütze mit seinem Sportgerät einen Amoklauf oder ähnliches Verbrechen begangen hat.

Da ich diesen Thread hier aber nicht tot diskutieren möchte, will ich dieses Medien-gebackene Problem nicht weiter vertiefen. Falls Du möchtest, kann ich Dir gerne noch ein paar nähere Infos zur Disziplin und Sicherheit im Schießsport geben ...

Aber um noch mal zum Thema zu kommen:

Ich denke, dass Minigolf rein fernsehtechnisch etwas schwierig darzustellen ist. Sicherlich ist es möglich, aber wie willst Du effektiv (ohne an jeder Bahn einen Kameramann stehen zu haben) über alle Bahnen und vorallem Spieler einen guten Querschnitt über das Teilnehmerfeld anbieten? Ich glaube, das würde den Rahmen doch etwas sprengen ...:eek:

Liebe Grüße,
Michael

Hallo Michael,

mir geht es hier nicht darum, Sportschützen eine wie auch immer geartete aggressive Mentalität zu unterstellen. Vielleicht liegt das Gewaltpotenzial von Minigolfern da von Natur aus höher ... :D

Mit Waffen werden täglich tausende Menschen ermordet und Kriege geführt. Das ist eine ganz persönliche Empfindung.

Fernsehdarstellung von Minigolf: Bleibt für einen 8-Stunden-Turniertag pottlangweilig. Was wir im letzten 1 1/2 Jahren mit Erfolg probiert haben, war einen oder zwei Protagonisten in den Mittelpunkt zu stellen und um diese herum eine Geschichte zu basteln. Wenn wir Verhältnisse wie z.B. beim Snooker herstellen wollen, müssen wir Minigolf völlig neu erfinden. Dies wäre meines Erachtens möglich, wenn wir über den normalen Spielbetrieb ein "Masters" installieren, wo auf einer Bühne an vier Bahnen in Duellsituationen gespielt wird. Natürlich hast Du Recht, dass wir bei unseren Gegebenheiten nicht jede Bahn überbauen können, um Kameras von oben wirken zu lassen.

wate 16.09.2008 08:19

Zitat:

Zitat von Lenny (Beitrag 85791)
Absolut off-topic, weil im falschen Foum

Deine Aussage an sich könnte ich unterstreichen, wäre mir aber absolut nicht sicher, was das für Sportarten sind, die einen militärischen Hintergrund haben. Ich weiß zum Beispiel, dass du Biathlon-Fan bist ;) . Selbst jedwedes Laufen (Rennen ist militärisch bestimmt gut verwendbar) könnte ins Schema passen.

Völlig berechtigter Einwand. Zarter Versuch einer Erklärung: ;) Beim Biathlon steht im hohen Maße die körperliche Bewegung (=Skilaufen) im Mittelpunkt. Uschi Disl mochte auch nicht gerne schießen und wurde oftmalige Weltmeisterin und Olympiasiegerin, weil sie in erster Linie gut laufen konnte. Magdalena Neuner knüpft an diese Tradition an. :D

Lenny 16.09.2008 09:24

Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 85814)
Fernsehdarstellung von Minigolf: Bleibt für einen 8-Stunden-Turniertag pottlangweilig. Was wir im letzten 1 1/2 Jahren mit Erfolg probiert haben, war einen oder zwei Protagonisten in den Mittelpunkt zu stellen und um diese herum eine Geschichte zu basteln. Wenn wir Verhältnisse wie z.B. beim Snooker herstellen wollen, müssen wir Minigolf völlig neu erfinden. Dies wäre meines Erachtens möglich, wenn wir über den normalen Spielbetrieb ein "Masters" installieren, wo auf einer Bühne an vier Bahnen in Duellsituationen gespielt wird. Natürlich hast Du Recht, dass wir bei unseren Gegebenheiten nicht jede Bahn überbauen können, um Kameras von oben wirken zu lassen.

Ist das dann aber noch Minigolf? Statt Turnieren mit 16 (Rangliste in SH) bis über 100 (Abt.DM/Spandau) Teilnehmern soll nur noch das Duell weniger im Mittelpunkt stehen? Anerkanntermaßen steht für viele Minigolfer das Mannschaftsspiel hoch im Kurs. Auch das wäre beim Fokus auf zwei Protagonisten nur noch Beiwerk..? Müssen wir uns so radikal ändern? Ich fürchte solche radikalen Schritte würde statt neuen Zielpublikums die Basis drastisch wegbrechen lassen. Ob damit die beginnende Erosion unseres Sports aufzuhalten ist? Gibt es denn keine Konzepte uns in einer Form würdig zu präsentieren, die näher an dem dran ist, was Minigolf tatsächlich ist?

wate 16.09.2008 10:30

Von Ändern hatte ich nur insofern geschrieben:

Zitat:

Dies wäre meines Erachtens möglich, wenn wir über den normalen Spielbetrieb ein "Masters" installieren, wo auf einer Bühne an vier Bahnen in Duellsituationen gespielt wird.
Ansonsten bliebe alles beim Alten. ;)

Minigolf ist zwar ein beliebter Mannschaftssport, ist aber primär eine Einzelsportart.

allesroger 16.09.2008 10:37

Auch Tischtennis ist mehr ein Einzelsport und ist eine hervorragende
TV-Sportart, viel besser als Minigolf.
Trotzdem schafft es TT auch nie, eine TV-Sportart für die breite Masse zu werden. Und warum ? Weil einfach nicht genug Geld dahintersteht. Im Gegensatz zu Snooker usw.

Lenny 16.09.2008 10:52

Zitat:

Zitat von allesroger (Beitrag 85835)
Auch Tischtennis ist mehr ein Einzelsport und ist eine hervorragende
TV-Sportart, viel besser als Minigolf.
Trotzdem schafft es TT auch nie, eine TV-Sportart für die breite Masse zu werden. Und warum ? Weil einfach nicht genug Geld dahintersteht. Im Gegensatz zu Snooker usw.

Ein durchaus interessanter Vergleich mit verblüffenden Parallelen: Tischtennis ist der kleine Bruder des viel bekannteren Tennis (vgl. Minigolf und Golf). Obwohl Tischtennis im Freizeitbereich viel mehr verbreitet ist als Tennis (wie halt auch Minigolf im Vergleich zum Golf), bleibt es (vielleicht sogar deswegen) ein wenig als "Ping Pong" belächelt.

(Obwohl es im Tischtennis über die Szene hinaus bekannte Namen in den letzten Jahren gegeben hat - Roßkopf, Fetzner, Boll - hat es für einen tatsächlichen Durchbruch nicht gelangt.)

Bubu 16.09.2008 12:29

Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 85834)
Minigolf ist zwar ein beliebter Mannschaftssport, ist aber primär eine Einzelsportart.

Sorry, wenn ich Dir da widerspreche. Man steht zwar letztenendes allein an der Bahn, aber auch beim Fußball, Handball usw. hat immer nur einer den Ball. Minigolf ist viel mehr als eine Einzelsportart, weil einer allein einfach den Erfolg haben kann wie in einem gut funktionierenden Team. Zumindest ist das nicht bei vertretbarem Zeitaufwand möglich. Schließlich fragt doch jeder mal, welchen Ball ein anderer an einer Bahn wie spielt. Und genau da fängt es doch an. Man versucht, auch die Erfahrungen anderer mit in den Trainings- und Wettkampfablauf mit einfliessen zu lassen. Wie oft werden Mannschaftsbälle gespielt, bei denen jeder darauf achtet, wie er sich verhält, ob er zu warm oder zu kalt ist, ob der Ball vielleicht an der Bande abklemmt. So macht den Fehler nur einer im Team, bei lauter Einzelspielern ohne Austausch müsste jeder die Erfahrung machen, was natürlich Schläge kostet. Auch hier die Parallele zum Fußball. Fußball kann man auch alleine spielen, aber bei weitem nicht so erfolgreich. Nur, dass beim Fußball die Spanne zwischen Erfolg und Misserfolg deutlich größer ist.

allesroger 16.09.2008 12:31

noch eine Parallele : es wurde vor längerem schon mal die Frage gestellt -
" Ist Minigolf Sport" ? In Holland gab es sogar einen Aufkleber mit diesem Text.
Genauso könnten Unwissende fragen : "Ist Ping-Pong Sport" ?
Alle die es selbst spielen, werden ja schreien. Tischtennis ist ein hammerharter
Leistungssport ! Minigolf kann auch Leistungssport sein, zwar nicht hammerhart, aber immerhin. ;)

bärliner 16.09.2008 13:42

So lange wir immer krampfhaft versuchen, unsere Stellung als eigenständige und ernsthafte Sportart durch (meist völlig sinnlose) Vergleiche mit anderen Sportarten zu rechtfertigen, werden wir genau diese Anerkennung nie erreichen.

Faktum ist, dass wir als Sportart die sehr strengen Kriterien des IOC nicht erfüllen und auf absehbare Zeit nicht erfüllen werden. Zudem ist das IOC seit Jahren bemüht, die Anzahl der sog. Programmsportarten zu senken und nicht etwa weiter zu erhöhen. Da stehen nämlich noch ganz andere Verbände Schlange, die schon länger alle Kriterien erfüllen.

Ist übrigens schade, dass unsere Sportart keinen militärischen Hintergrund hat, denn dann wären wir wahrscheinlich schon seit der Antike olympisch. Denn seit Anbeginn war Sport eine Form der militärischen Ausbildung. Und selbst für Turnvater Jahn war Sport in erster Linie Körperertüchtigung, z.B. zur Erhaltung der Arbeitskraft. Die reine Freizeitbeschäftigung ist doch ein Phänomen, das sich erst im 20. Jahrhundert entwickelt hat.

Slater 16.09.2008 13:47

...oder es werden alle Sportarten mit "militärischem Hintergrund" von den Olympischen Spielen ausgeschlossen und schon sind wir olympisch. :D

Aber wer will dass dann noch sehen???

Hägar 16.09.2008 22:04

Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 85814)
Wenn wir Verhältnisse wie z.B. beim Snooker herstellen wollen, müssen wir Minigolf völlig neu erfinden.

...und zwar nicht den Spielmodus (KO-Ja-Nein, s. dortigen Thread) - sondern das Spiel! Hier diskutieren Minigolfer mit MInigolfern. Otto und Elfriede Normalverbraucher, welche zweimal im Jahr mit Kassen- ball und -schläger die Bälle über die Bahnen dreschen, können die Feinheiten von Ball- und Linienwahl weder auf dem Platz noch im Fernsehen nachvollziehen. Bei den erwähnten "telegenen Randsportarten" wie Snooker oder Tischtennis gilt (ausser beim Schnittspiel) Einfallswinkel = Ausfallswinkel, alle Bälle oder Kugeln sind gleich gross, schnell, schwer, hart (weich), bei den Sportanlagen herrschen quasi Laborbedingungen (keine konstruktionsbedingten Bahnneigungen, Auswaschungen, lose Banden wie auf Minigolfanlagen üblich), kurz: der Zuschauer kann sich eine eigene Spieltaktik vorstellen (oder glaubt das zu können).
Bei einer MInigolfübertragung müssten wir (bzw. die armen Sportjournalisten) den angestrebten 1,2 Milliarden Fernsehzuschauern in 2 MInuten die technischen Unterschiede zwischen dem baumerlackierten "BoF Hugo Immerblau" und dem toten roten Turbo in KX sowie die Vorteile des Doppelbandens gegenüber dem Rotationsschlag auf der nächsten Bahn verständlich erklären - das geht einfach nicht!!!
Die Alternative wäre: Es werden vordefiniere Bälle und Linien gespielt (da kann die Fernsehgrafik das schon mal vorweg nehmen) - das will aber nicht nur ich nicht!!! Ich will mein beschränktes technisches Knoff-Hoff und meine gesammelten Bälle einsetzen!!!
Der Spass so wie wir unseren Sport betreiben ist doch das Finden des richtigen Balles, der idealen Linie, des dazu passenden Schlages - und die Fähigkeit das alles auch im Wettkampf abzurufen.
Auch wenn es geil wäre, den Erlbruchs, Olsons, Rhyns oder Freilachs im Olympiastadion vor 100'000 Zuschauern zuzujubeln - wenn Minigolf nicht neu erfunden wird (s. oben) werden wir eine kleine aber feine Insidergemeinde bleiben, die Dank dem grossen Einsatz der Ehrenamtlichen gelegentlich ins Fernsehen kommt und sich ab und zu an grossen Sportfesten präsentieren darf.

remelfing 17.09.2008 06:16

@ Hägar: APPLAUS!!!!!!

Nina T. 17.09.2008 16:31

Bei aller Liebe für das Minigolfen: Ich finde, dass Minigolf nicht anderen "richtigen" Sportarten bei Olympia Sendezeit "rauben" sollte. Das mag zunächst provokant klingen, aber:
- Im Gegensatz zum "normalen" ( oft blöden) Fernsehprogramm, wo ich es sinnvoll und gut finde, wenn stattdessen Sendungen mit Thema Minigolf gezeigt werden, sollte meiner Meinung nach im Rahmen einer Olympia-Sendung von "richtigen" Sportarten berichtet werden. Die Jugend und die Gesellschaft überhaupt bewegt sich immer weniger - es muss wieder mehr Werbung für echte Sportarten gemacht werden! (ich spreche von Werbung für eine Sportart - nicht für das "Anbeten" von irgendwelchen zweifelhaften Profi-Sportlern)
- Die Aufnahme von Minigolf ins Olympia-Programm fände ich nicht gut, weil Minigolf meiner Meinung nach kein "echter" Sport ist (Sportschiessen z.B. auch nicht). Und da soll man auch nicht kommen mit dem Argument "Aber wenn ich 10 Stunden auf dem Platz bin und soundsoviele Kilometer laufe und mich soundsoviele Male bücke, dann bin ich nachher ganz schön müde...." - wenn ich 10 Stunden lang Staubsauge oder mich so lange Zeit streichel, dann ist das auch anstrengend - aber ich nenne das nicht Sport!
- Es kann nicht sein, dass man unter allen Umständen Minigolf "pushen" will - man muss sich auch Gedanken machen, was dadurch stattdessen vernachlässigt werden würde.
Schöne Grüße
Nina T.

ReDiMa 17.09.2008 17:23

@Hägar

Endlich mal einer der die Sache auf den Punkt bringt !!

wate 17.09.2008 17:36

Zitat:

... man muss sich auch Gedanken machen, was dadurch stattdessen vernachlässigt werden würde
Wir haben seit 20 Jahren unsere Zukunftsfähigkeit vernachlässigt. Wir vernachlässigen Vereins- und Verbandsarbeit. Wer hofft, dass alles so bleibt, wie es ist, begeht einen schweren Denkfehler.

Ich persönlich kann damit leben, dass Fußball einen größeren Medienanteil hat, wie Minigolf, und insofern würde ich einige Thesen von Hägar unterschreiben. Wir sollten allerdings bereit sein, unserem Sport eine Zukunft zu geben.

Wer das Professionelle ablehnt, muss für mehr Ehrenamtlichkeit plädieren und auch bereit sein, dafür seinen Schläger in die Ecke zu stellen. Nur Minigolf spielen bringt uns keine neuen Mitglieder.

Was nützt z.B. die beste Öffentlichkeitsarbeit, wenn die Basis nicht bereit wäre, sich zu öffnen? Ich könnte mir vorstellen, dass es einfacher wäre, die fehlenden 33 internationalen Verbände zu gründen, als die eigene Basis zu mobilisieren.

Welchen Eindruck erhalten Leute, wenn sie auf den Minigolfplatz kommen, sich vielleicht sogar für eine Mitgliedschaft interessieren und vor Ort sehen was los ist (falls überhaupt was los ist)?

Oder provokant ausgedrückt: Was nützen neue Mitglieder, wenn Vereine sie nicht haben wollen?

Wenn wir über Voraussetzungen diskutieren, um olympisch zu werden, müssen wir uns erst einmal völlig neu und viel mehr engagiert aufstellen. Sonst gerät ein solches Ansinnen zur Lachnummer.

Die Kraft nach vorne muß meines Erachtens von der Basis aus kommen. Deshalb wird hier noch sehr viel Überzeugungsarbeit vonnöten sein, um bei dann vielleicht 500 Vereinen und 20000 Mitgliedern höhere Ziele anzustreben.

Ghost 17.09.2008 21:01

www ...(wahres wort wate)

Die Leute müssen doch garnicht alle Minigolfleistungssportlich betreiben , es reicht doch wenn sie überhaupt im Vereinen spielen ... wichtigste ist doch das die Leute Spaß an dem Sport haben ...

Die Leute die Talentiert und Ehrgeizig sind werden schon ihren weg gehen

Den Vergleich zum Staubsaugen find ich eher als Beleidigung als das es einen Vergleich darstellt ... da kann ich auch sagen das wenn ich Rasenmähe auf meiner großen Weide 90 Minuten lang mit meinen 10 Freunden bin ich auch müde und meine Kleidung ist dreckig und riecht nach gras was ist so interesant an Fußball?!

junior 17.09.2008 21:16

Zitat:

Zitat von Nina T. (Beitrag 86084)
Bei aller Liebe... ich mich soundsoviele Male bücke, dann bin ich nachher ganz schön müde...." - wenn ich 10 Stunden lang... mich so lange Zeit streichel, dann ist das auch anstrengend - aber ich nenne das nicht Sport!
Schöne Grüße
Nina T.

ein schelm der böses dabei denkt :D ;)

ABCoolboy 17.09.2008 22:00

Zitat:

Zitat von junior (Beitrag 86111)
ein schelm der böses dabei denkt :D ;)

danach ist man/Frau reif für die Insel. :D:D

Nina T. 18.09.2008 10:32

Zitat:

Zitat von junior (Beitrag 86111)
ein schelm der böses dabei denkt :D ;)

@junior: Ein Schelm, wer ein Zitat auf diese Weise zusammenbastelt...! ;)

junior 18.09.2008 10:46

ach nina, hier wird teilweise so viel blödsinn gepostet (im gesamten forum und nicht nur hier), das ich mir dieses spaß einfach mal gemacht habe... ;)


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