Aber die Bedenken von DannyXX kann ich schon nachvollziehen.
Es heißt, der Speed-Wettbewerb soll das bisherige System nicht ersetzen, sondern gewissermaßen als Sahnehäubchen und wohldosiert bei nur wenigen ausgewählten Events zum Einsatz kommen und über mediale Verbreitung das Interesse der Jugendlichen wecken.
Jetzt verstehe ich nur eines nicht: Da findet also irgendwo in Hamburg ein Speedgolf-Turnier statt, über das auch in den Medien berichtet wird und das auf diesem Weg auch eine Menge jugendliche Zuschauer erreicht. Die denken sich vielleicht sogar: boah macht echt jux ey (und vergleichen das Ganze nicht etwa mit dem auf Video zu genießenden Norddeutschen Klogolfen), und im Idealfall melden sie sich sogar bei einem Verein, weil sie mehr über Minigolf erfahren wollen. Dort bekommen sie dann allerdings mitgeteilt, dass das "richtige" Minigolf überhaupt nicht so abläuft wie das Speedgolf-Turnier, nämlich träge, behäbig und ungeil, und dass sie, wenn sie an einem Speedgolfturnier teilnehmen wollen, entweder ein Jahr warten oder wahlweise 300 km durch die Republik fahren müssen. Ist irgendwie aus ihrer Sicht nicht so der Kracher und irgendwo auch Verarsche.
Also was jetzt:
- immer wiederkehrender redundanter Bestandteil von Turnieren (z. B. als Endrunde von Pokalturnieren; allerdings ohne Anziehungskraft für die jugendliche Zielgruppe, da die Vorrunde weiterhin traditionell bleibt) ?
- eigene, spezielle Turniere (selten veranstaltet, mit leeren Anlagen, überfüllten Platzhüttchenbereichen und ohne umsatzbringende Senioren, vor allem aber auch ohne Anziehungskraft für die jugendliche Zielgruppe) ?
- als Ranglistenserie, Deutsche Meisterschaft, Ligenspielbetrieb womöglich gar (Spaltung des Verbands möglich) ?
- oder als eigener Sport und damit Konkurrenz zum traditionellen Minigolfsport (hohe Anziehungskraft für die jugendliche Zielgruppe, aber Spaltung des Verbands wahrscheinlich) ?
Mit dem Speedgolf wird ohne Frage ein Fass aufgemacht. Und wer ein Fass aufmacht, sollte sich durchaus beizeiten mit der Frage beschäftigen, wie es weitergehen soll, wenn es ein Erfolg wird. Damit hinterher niemand sagen kann, er wäre von irgendwas überrollt worden, das man vorher nicht kommen sehen konnte.
Geändert von DiStefano (25.01.2010 um 19:20 Uhr).
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