Ich will auch mal meinen Senf dazugeben, auf die Frage wie es denn früher war oder was früher denn so anders war.
Ich spiele seit 1968 aktiv Miniaturgolf/Bahnengolf/Minigolf oder wie heißt es im Moment gerade aktuell?
Damals wurde mehr oder weniger gespielt was einem vor den Schläger kam, natürlich – ein paar wenige Normungsbestimmungen gab es schon. 12 Bahnen aus den genormten, dabei mussten Winkel und Blitz sein, der Rest hätte Phantasiebahnen sein können. Gespielt wurde immer von da, wo der Ball liegen blieb, also auch vorm Käse, oder seitlich vom Sandtopf. Bei Ausbällen kam ein Zusatzpunkt hinzu.
Gestartet wurde morgens um 10:00 Uhr und am Nachmittag saß man bereits wieder in seinem Vereinslokal oder auf der Heimanlage. Gespielt wurde allerdings mit 6-er Mannschaften, wobei das schlechteste Ergebnis gestrichen wurde.
Ich kann mich noch an mein erstes Turnier erinnern, keine eigenen Bälle, keinen eigenen Schläger – macht nichts, biste zum Platzwart gegangen und hast dir da Schläger und Anlagenbälle ausgeliehen.
Das Salz in der Suppe waren die Pokalturniere, die dann auch für die Einzelmeisterschaft herangezogen wurden. Andere Wettbewerbe zur Einzelmeisterschaft gab es nicht (die Ergebnisse evtl. Mannschaftswettbewerbe flossen auch mit in die Einzelwertung). Da gab es dann Beschränkungen bzgl. der gewerteten Turniere auf der Heimanlage. Die besten X-Turniere kamen in die Wertung für die Einzelmeisterschaft.
Es gab keine Regional- und/oder Bundesligen. Die jeweiligen Meister der Landesverbände spielten die DM aus. Dort wurde allerdings teilweise auf 5 Anlagen gespielt, 4 Plätze Vor- und Zwischenrunde und der 5. Platz nur für die Endrunde.
Irgendwann Mitte der siebziger Jahre (meine ich) kam dann die Regelungswut und der Faktor „Wir sind Sport“ hinzu. Es wurden Ablegelinien gezogen. Bahnen ohne Ablegelinien wurden nur vom Abschlag gespielt und an solchen Bahnen gab es auch keine „Ausbälle“ mehr. Dann kam die Zeit der Sonderregelungen, wie z.B. keine Ausbälle am Salto und am Rohr, wenn er direkt über Loch ging und dabei rausspringt. Gleichzeitig wurden Ranglistenturniere eingeführt um die Sportlichkeit zu unterstreichen, Dadurch waren dann viele Pokalturniere vom Aussterben bedroht, weil die Ranglistenturniere Sperrtermine waren an dem keine Pokalturniere ausgetragen werden durften. Es kam die Einführung der Grenzlinien, der Regionalligen und der zweigeteilten Bundeliga.
Und so kamen Jahr für Jahr Änderung zu Änderung. Der Blitz z.B. war bis dahin eine Bahn ohne Grenzlinie, d.h. der Ball wurde von dort weitergespielt, wo er gerade liegengeblieben ist. Dann wurde die Grenzlinie diagonal über die Ecken verlegt. Meiner Meinung nach, nur zum Vorteil der Durchschneider die seinerzeit noch eher selten waren, weil die Gefahr einer 3 oder noch mehr beim Abschießen der Ecke sehr groß war.
Was bis heute daraus geworden ist, wisst ihr ja alle.
Sportlichkeit über alles – und der Spaß ist auf der Strecke geblieben. Zurückdrehen lässt sich dieses nicht und wohin es gehen wird habe ich ja bereits in einem weiter vorne stehenden Artikel geschrieben.
Gruß
BvB
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Zur Zeit keine sinnvolle Signatur
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