Meiner Ansicht nach geht es für den Minigolfsport weiter bergab und ich sehe wenig Ansätze einer großen Wende.
Der vermutlich schon tausendfach genannte Punkt ist doch:
Der Verstand und Eifer der ehrenamtlichen Hauptakteure, vielmehr deren Existenz sind der Punktus Knaktus. Damit steht und fällt heutzutage unabhängig von der Sportart jegliche Vereinsarbeit und bestimmt dessen Weg.
Minigolf hat zudem den Nachteil, dass es nicht als Sport akzeptiert wird. Das erschwert die Bindung von Spielern und Helfern. Der Vorteil, dass man theoretisch mit der ganzen Familie und Clubkameraden gleichzeitig spielen kann, wird durch die ständigen
Auswärtsspiele ausgebremst. Auch das "19.Loch" ist beim Minigolf nicht mehr zeitgemäß, da muss das Umfeld (Clubheim) schon sehr passen. Somit stellt sich Minigolf für mich als Außenstehender weiterhin als eine Freak-Veranstaltung mit völlig absurden Spielzeiten dar.
Änderungen von Spielzeiten oder Schaffung von mehr Heimspielen machen den Braten dann auch nicht nicht fett, denn die fehlenden ehrenamtlichen Organisatoren wiegen einfach schwerer.
Das Problem der Helfer hat Minigolf nicht alleine, es ist ein Wandel in den Interessen der Freizeitgestaltung zu spüren. Unseren Vereinen (egal welcher Art) im Dorf geht es ähnlich. Mitgliederrückgang und immer weniger Helfer. Beim Fußballverein habe vor einem Jahr vereinbart größere Projekte zu übernehmen (für 2 Jahre). Nach Kunstrasen, Jugendkonzept/Beginn dessen Umsetzung, deutlich größere Einnahmen usw. geht es wieder bergauf. Aber der Erfolg dabei viele Mitstreiter zu finden die helfen,
vor allem welche, die nach dem nächsten Jahr die Arbeit fortführen, geht fast gegen Null. Somit befürchte ich, dass zwar die Effekte noch 2,3 Jahre wirken und es dann mangels Helfern wieder bergab geht. Es kostet einfach sehr viel Zeit und Kraft das Ganze zu realisieren.
Diesen Kraftakt können die meisten als Berufstätiger ehrenamtlich nur temporär erbringen, bzw. auch sie selbst wandeln ihre privaten Interessen. So würde ich z.B. heute lieber ehrenamtlich eine Homepage pflegen als auf dem Platz Mitglieder zu werben. Letzteres ist für den Verein wichtiger, macht mir aber weniger Spaß. So setzt jeder neue Prioritäten. Aufgrund dieser Tatsache gibt es weniger Spieler und auch weniger Helfer.
Die Vereine die diese Helfer noch haben (z.B. Mainz) können sich glücklich schätzen. Es hat nicht immer mit dem Umfeld oder Einwohnerzahlen etc. zu tun, sondern einfach das Glück den Menschen/Idealisten getroffen zu haben, der sich noch für Minigolf interessiert.
Ich kenne derzeit keine Lösung dafür die Chancen zu erhöhen solche Menschen zu finden.
Evtl. ist Lösung über Finanzen zu klären. Idee: im Vereinsbeitrag muss ein wesentlicher Beitrag für jemanden fließen, der den Laden hauptberuflich schmeißt. Jemand der sowohl die einfachen Dinge aber auch komplexe Initiativen sowie die Kommunikation und Bespaßung der Mitglieder hinbekommt.
Wenn man davon ausgeht, das so jemand, wenn es gut machen soll, irgendwo um die 1-2 TEU netto im Monat erwartet, um ggf. seinen Job aufzugeben, sind die aktuellen Beiträge einfach zu niedrig. Bei kleinen Vereinen, da sind Minigolfvereine ja fast alle, also gar nicht stemmbar, wobei da vielleicht ein Rentner auch mit 300-400 bereit wäre. Ab ca. 500 Mitgliedern wird das Modell aber interessant, habe keine Erfahrung diesbezüglich, aber schätze nur so funktionieren die richtig großen Vereine noch. Ein Gedankenaustausch zu dem Thema wie man Vereinsarbeit noch an den Mann kriegt würde mich interessieren.
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