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Alt 29.04.2008, 05:58
BerndF BerndF ist offline
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hier der Bericht von der Hardenberger Seite:

ach dem desaströsen Auftakt von Leipzig wurde für das Hardenberger Team bereits am zweiten Spieltag die Luft dünn. Eine weitere Pleite und der Traum vom 10. Titel wäre bereits früh verspielt. Es musste also eine Top-Platzierung oder am besten ein Sieg her, um im Kampf um den Titel weiter mitreden zu können. Ausrichter für diesen Spieltag war der MGC Göttingen, dessen Herrenmannschaft hatte sich durch den Aufstieg das Heimrecht erworben - davon profitieren konnte am Ende aber nur das Göttinger Damenteam.

Aber der Reihe nach: Die Eternitanlage des MGC gehört zu den Klassikern im deutschen Bahnengolf-Kalender, ist vielen von den Deutschen Meisterschaften oder unzähligen Bundesliga Spieltagen bekannt und präsentiert sich bis auf Kleinigkeiten unverändert leicht rustikal, aber im allgemeinen leicht zu spielen. Kritisch sind lediglich Niere, Streben und Flachtöter, an denen neben gutem Spiel auch immer ein Quäntchen Glück von Nöten ist. Relativ anspruchsvoll sind zusätzlich Doppelwelle und die liegende Schleife. Zielvorgabe musste nach den Trainingeindrücken ein Mannschaftsschnitt um die 21 sein.

Das Hardenberger Team begann den Spieltag in Standardbesetzung mit Mike Mann an Position 1 und Eternit-Experten Koziol an 3. Uwe Ludwig, der in Leipzig ausgesprochen schlecht agierte, übernahm dafür die Ersatzposition. Leider zeichnete sich bereits nach 3 Bahnen ab, dass dieser Spieltag kein Selbstläufer werden würde. Der Schweizer Nationalspieler im Pötter-Team verschlug mit Kiste, Welle und Niere gleich die ersten 3 Bahnen und konnte auch im weiteren Verlauf der Auftaktrunde nicht zu seinem Spiel finden - am Ende standen 26 Schläge auf seiner Score-Card. Der Rest der Mannschaft bestritt diese wichtige erste Runde zwar passabel, mit einem 130er Durchgang lag man allerdings bereits 10 Schläge hinter dem sensationell aufspielenden Team aus Dormagen-Brechten und mitten im Pulk der Verfolger. Es brauchte eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang, um den Anschluss an den Spitzenreiter zu halten. Aber im Gegenteil: Mike Mann erholte sich nicht von seiner schwachen Startrunde und ließ sich nach Schlag 1 an Bahn 10 auswechseln- im Hardenberger Erfolgsteam eine eher selten angewandte Praktik. Auch an Routinier Walter Erlbruch ging das nicht schadlos vorbei und nach seiner 27er Runde hatten die Hardenberger am Ende 135 Schläge für Durchgang 2 auf der Tafel. Vorbei Ambitionen auf einen Sieg, hier ging es um maximale Schadensbegrenzung. Runde 3 ließ alles offen. Dormagen-Brechten konnte sichtlich entspannt dem Sieg entgegen spielen, für die restlichen 5 Teams war zwischen Platz 2 und 6 alles möglich – jeder Schlag entschied jetzt über die letztendliche Platzierung. Und ausgerechnet jetzt machte Mainz mit 38 Schlägen seiner Startspieler L. Scholz und L. Greiffendorf kräftig Dampf. Bochum, zu Beginn von Runde 4 noch Zweiter, verlor dafür mit 46 deutlich an Boden. Wie würde die neue Nummer 6 im Hardenberger Team - Uwe Ludwig - mit dem Druck umgehen können? Jeder Fehlschlag konnte wahrscheinlich einen Platz kosten. Nach 3 Bahnen standen bereits 2 Fehler auf seinem Protokoll. Mit einem sensationellen Kraftakt konnte er dann allerdings diese 20 Schläge ins Ziel retten – die Hardenberger Schluß-Drei spielte damit 60 und sicherte dem Team mit 519 Schlägen mit hauchdünnen Vorsprung von nur einem Schlag vor Mainz Platz 2. Der Bochumer CZ-Import K. Molnar, im letzten Jahr noch sicherer Garant für Ruhrpott-Punkte, versagte nach seinem Mittelkreis Intermezzo aus Runde 1 jetzt an der Schleife und so blieb für den BMC nur der undankbare 4. Tabellen Platz. Rang 5 teilten sich Arheilgen und Göttingen. Das Heimteam konnte seinen Vorteil nicht in Punkte umsetzen, da einige Leistungsträger schwächelten. Mitfavorit Arheilgen bot diesmal zwar auch Neuzugang H. Salewski auf und D. Klosek zeigte gegenüber dem ersten Spieltag eine ansteigende Formkurve, die weiteren Mannschaftsweltmeister des Jahres 2007 in den Reihen der Darmstädter A. Braungart-Zink und A. Geist wirkten dafür unkonzentriert und konnten ihr Team mit 90 bzw. 91 Schlägen nicht ausreichend unterstützen. Für den Titelaspiranten scheint damit der Zug im Kampf um den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters bereits nach 2 Spieltagen abgefahren zu sein und auch für die Hardenberger wird jeder weitere Spieltag zum vorgezogenen Endspiel. An der Tabellenspitze liegen jetzt punktgleich die Mannschaften aus Dormhagen-Brechten und Mainz. Dritter ist mit 4 Punkten Rückstand das Team aus Bochum.

Bei den Damen ging nach der Annullierung des 1. Spieltages – leider eine folgerichtige Entscheidung von G. Schwarz nach der Fehlinterpretation der Regularien durch das Schiedsgericht - für die Teams von Null los. Dabei wussten die Titelverteidigerinnen aus Mainz voll zu überzeugen und sicherten sich Rang 1 vor der Heimmannschaft aus Göttingen und den Damen aus Neutraubling.

Zu Thematisieren ist leider erneut die Leistung des Schiedsgerichts: Nach euphorischer Ansprache bezüglich der Einhaltung der Zeitregeln geschah leider nichts! Dafür wurden stationäre Windabschirmungen vorbildlich mit Klebestreifen markiert – der Bürokrat wird sicherlich dankbar sein. Die Realität zeigt, nicht jeder Schiedsrichter ist in der Lage die höchste Deutsche Spielklasse zu führen. Anspruch und Wirklichkeit liegen in den meisten Fällen weit auseinander. Schiedsrichter aus dem Bereich der aktiven Spieler dienen in diesem Zusammenhang gleichsam ausschließlich der Erfüllung von Vorgaben. Niemand wird es einem M. Janßen vorwerfen können, wenn dieser mit verkniffenem Gesicht einem 5 Minuten Putt-Versuch von Daniel Klosek zuschaut, ohne einzugreifen. Als er in einer anderen Situation das Mindeste versucht und den Oberschiedsrichter informiert, macht sogleich das Wort des Denunzianten die Runde. Die erste Liga braucht ausgebildete und spielfreie Schiedsrichter. Der Erwerb des theoretischen Wissens allein reicht dabei aber nicht, denn was wäre z.B. auf unseren Straßen los, wenn ein paar richtig gesetzte Kreuzchen zum Führen eines PKWs befähigen würden?

Darüber hinaus sollte intensiv über eine grundsätzliche Verkürzung der Spieltage auf 3 Runden nachgedacht werden. Auch über diese Distanz ist ein sportlich fairer Wettbewerb möglich und es entfallen weitgehend die lästigen Diskussionen über Spielverkürzungen der letzten Jahre. Wenn dann tatsächlich einmal ein Eternit-Spieltag nur bis 15:00 Uhr dauern sollte, werden sich die Aktiven bestimmt für eine angenehme Rückreisezeit bedanken und der DMV Pressewart wird im Rahmen seiner Bemühungen um Öffentlichkeit und Medieninteresse für unseren Sport ebenfalls jubeln. Wer Bewerbungen für Bundesligaspieltage aus dem gesamten Bundesgebiet auf seiner Internet-Präsenz einfordert, sollte sich zeitgleich im Bewusstsein der Sorgfaltspflicht für die Gesundheit der Aktiven Gedanken machen, was für Amateure eine zumutbare Rückreisezeit ist. Unser Schweizer im Team bedankt sich herzlich für das ihm zugestandene Heimspiel in Kempten.

Restaurant-Tip für Göttingen: Das Kartoffelhaus. Angenehmes Ambiente über 3 Etagen. Rucola-Salat mit rohen Spargelscheiben und eine ansprechende Cocktail-Karte.
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