Einzelnen Beitrag anzeigen
  #125  
Alt 08.07.2010, 10:02
Benutzerbild von wate
wate wate ist offline
Mensch
 
Registriert seit: 20.11.2006
Ort: Kiel
Beiträge: 15.273
Standard

Hallo Günter,

Zitat:
Zitat von bärliner Beitrag anzeigen
Zu den Thesen:
1. Ich weiß nicht, wie es früher war, denn ich kenne nur das heutige System. Aber wieso dem Leistungssport geopfert? Es steht doch jedem frei, ob er Leistungssport betreiben will oder nicht. Es muss nur genügend Angebote neben dem Leistungssport geben. Und diese sind derzeit zu dünn gesät. Jedenfalls kann ich auch heute Familiensport betreiben, nur eben nicht als Familie Deutscher Meister werden.
Wir reden hier um den Kaisers Bart, und ich verweise an dieser Stelle auch auf die diversen Einlassungen von opc aber auch von anderen Minigolfern. Ich versuche mal, das kurz auf den Punkt zu bringen: Solange unser Sportbetrieb mit Ranglisten, Ligenspieltagen und anderen Terminen dermaßen überfrachtet ist, dass die Leute vor lauter selber spielen nicht mehr in der Lage sind, sich um ehrenamtliche Aufgaben zu kümmern, bleibt Deine Antwort ein frommer Wunsch.

"Früher" (meine Güte, bin ich alt ) wurde ebenfalls ambitioniert gespielt, allerdings stand das gesellschaftliche Erlebnis miteinander bei Turnieren mehr im Vordergrund.

Heute ist jeder, der einigermaßen geradeaus spielen kann und einen Schläger sowie eigene Bälle hat, ein Leistungssportler. Ich sehe in den dahin darbenden Vereinen keine Freiräume z.B. für Familiensport. Zumal Du dann, wenn Du schon diesen Gedanken einbringst, am Sportbetrieb etwas ändern müßtest, um dem Slogan Familiensport überhaupt gerecht zu werden. Unser Sportbetrieb trennt die Familien.

Zitat:
2. Das stimmt, aber woran liegt das? Immer nur an uns selbst, weil schließlich fast jeder von uns das nächste Turnier auch gewinnen will, und sei es nur ein Turnier um die goldene Kaffeetasse. Ich kann auch heute Turniere spielen, ohne tagelang dafür zu trainieren. Nur brauche ich dann etwas mehr Talent als andere, um damit auch erfolgreich zu sein. Interessant ist doch, dass sich viele aufregen, welcher immese Aufwand z.B. in der 1. BL betrieben wird, und dann fahren die gleichen Leute vor dem nächsten Landesliga-Spieltag mindestens dreimal vorher zum Training. Die Reduzierung von Terminen würde das Problem daher kaum reduzieren, weil ich überzeugt bin, dass die freie Zeit dann nicht für die Familie oder was auch immer, sondern für noch mehr Training genützt wird. Wir Minigolfer sind nunmal so bescheuert.
Letzter Satz: . Aha, für kurze Zeit ist der Groschen endlich mal gefallen. Ja, wir sind bescheuert und deshalb nicht zukunftsfähig. Es nutzt unserem Verband nichts, wenn er sich immer weiter ausdünnt, nur weil einige Herrschaften möglicherweise vor lauter Eitelkeit und geschäftlichem Interesse nicht merken, was die Stunde geschlagen hat. Wir sind in einer wie ich finde prekären Situation (immer weniger Mitglieder, Vereine und Verände z.T. in großer Not, Nachwuchsprobleme, drohende Einbußen bei Förder- und TV-Geldern, steigende Unzufriedenheit an der Basis). Da erwarte ich von meinem Präsidenten auch einmal, dass er nicht nur in der Weltgeschichte herumfährt (Asien, Rußland und weiß der Geier, was noch alles), sondern sich mal die Nöte seiner Mitglieder anhört, oder greifbare Konzepte für den Weg aus der Misere vorlegt. Der Ausweg aus dieser Misere gelingt nicht, wenn, was man so läuten hört, unser Präsident auch die WMF-Präsidentschaft bei gleichzeitiger "Auf-Linie-Bringung" der EMF anstrebt. Wir haben völlig andere Probleme.
Mit Zitat antworten